Comenius und der Weltfriede

Ein internationales Standardwerk über J. A. Comenius:
Comenius und der Weltfriede

Comenius und der Weltfriede.Comenius and World Peace.Hg. von Werner Korthaase, Sigurd Hauff, Andreas Fritsch unter Mitarbeit von Beate Motel, Jürgen Beer, Philip Devlin, Jiří Beneš, Hans-Holger Schröter. Berlin: Deutsche Comenius-Gesellschaft Berlin, 2005, 992 Seiten, 275 Abbildungen, Fadenheftung, fester Einband. Alle deutschsprachigen Beiträge mit englischer Zusammenfassung. Der hier vorgestellte Band, aus Stiftungsmitteln finanziert, wird nicht im Buchhandel vertrieben. Er ist für 60 Euro (inclusive Verpackung und Porto) erhältlich unter der Adresse: Deutsche Comenius-Gesellschaft, Beate Motel, Richardstraae 80, D-12043 Berlin).

Den Anlass für diesen sehr umfangreichen Sammelband über Johann Amos Comenius bot die im Oktober 2001 in Berlin von der Deutschen Comenius-Gesellschaft in Verbindung mit der deutschen UNESCO-Kommission durchgeführte internationale Tagung zum Thema „Comenius und der Weltfriede. Gewalt sei ferne den Dingen“. Sie fand unmittelbar nach dem New Yorker Attentat statt und stand naturgemäß unter dem Eindruck dieses Ereignisses. Aber der Entschluss zur Durchführung einer internationalen Tagung zum genannten Thema wurde schon vorher wegen der nicht enden wollenden Gewalttätigkeiten im engeren europäischen Bereich gefasst. Comenius als pädagogischer Neuerer und pädagogischer Theoretiker ist vielen ein Begriff; dass er sich mit seiner Pädagogik auch das Ziel setzte, dem Frieden zu dienen und den Frieden vorzubereiten, und zwar weltweit, das ist kaum bekannt. Die Literatur darüber ist noch immer sehr dürftig und schwer aufzufinden. Vieles ist in tschechischer Sprache verfasst und deshalb nur sehr wenigen zugänglich. Dieser Sammelband ist der UNESCO zum 60. Jahr ihrer Gründung gewidmet. Er macht mit zahlreichen neueren Forschungsergebnissen bekannt und wird für weitere Studien über J. A. Comenius unentbehrlich sein. Auf der Rückseite des Einbandes sind Würdigungen des Comenius aus der Feder von Friedens-Nobelpreisträgern zu finden, auch vom bedeutenden englischen Publizisten H. G. Wells sowie von Jean Piaget. Mit diesen Würdigungen des Comenius bekannt zu machen, ist sicher nicht unangebracht:
Christian Lous Lange, der Friedensnobelpreisträger des Jahres 1921, schrieb 1919: „Comenius is known as the founder of modern pedagogy. He also deserves a place in the history of internationalism, because he sought to unite, not just individuals, but also nations, in a great common endeavour to achieve a general improvement of humanity.“
Der Friedensnobelpreisträger von 1952, Albert Schweitzer, schrieb 1969 über Comenius: „He is the first philosopher who time and time again found himself required to tackle the problem of peace. With him philosophy dares to enter the spheres of politics.“
Und der Friedensnobelpreisträger von 1971, Willy Brandt, empfahl 1992: „We might feel encouraged to draw on Comenius‘ experience of life – as educator, thinker and asylum seeker – and to use it in his spirit for an ‚improvement of human affairs‘.“
Erklärte Jean Piaget 1957: „Comenius is thus among the authors who do not need to be corrected or, in reality, contradicted in order to bring them up to date, but merely to be translated and elaborated“, so gibt H. G. Wells im Jahr 1921 auf die sich sicher aufdrängende Frage, weshalb dies so sei, die Antwort: „In many ways the thinkers and writers of the early seventeenth century seem more akin to us and more sympathetic with the world of today, than any intervening group of literary figures. Comenius felt none of the security that was felt in the eighteenth and nineteenth century of the certainty of progress. He realized as we do that the outlook for humanity is a very dark and uncertain one unless human effort is stimulated and organized.“
Werner Korthaase, Berlin