28 Nov

Zum Tod von Erwin Schadel

Am Sonntag, dem 27. November 2016, ist Prof. Dr. Dr. h.c. Erwin Schadel nach kurzer, schwerer Erkrankung verstorben. Der vormalige Leiter der Forschungsstelle für interkulturelle Philosophie und Comeniusforschung an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg war langjähriges Mitglied der Deutschen Comenius-Gesellschaft und ihres Wissenschaftlichen Beirats. Schadel hat im deutschsprachigen Raum Comenius als zeitgemäß unzeitgemäßen Gesprächspartner der Philosophie entdeckt und sein Verständnis des mährischen Universalgelehrten in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen zum Ausdruck gebracht. Schadels Übersetzung der Janua Rerum für die Philosophische Bibliothek des Meiner-Verlages (Die Pforte der Dinge, Hamburg 1989) gilt nach wie vor als klassische Bezugsgröße. Der leidenschaftlichen Lehr- und Forschungstätigkeit Schadels verdanken sich unter anderem viele internationale Vernetzungen sowie akademische Qualifikationen, in deren Fokus Comenius stand. Bei alledem drängte sich nie rein historisches Interesse in den Vordergrund, sondern es ging stets mit Comenius und gelegentlich auch in konstruktiv-kritischer Auseinandersetzung mit diesem um die als gemeinsam erkannte Sache einer ganzheitlich-triadischen Wirklichkeitsdeutung. Noch auf unserer Jahrestagung in Lichtenfels 2015 zeigte sich Schadel als ein lebendiger, herausfordernder und dabei stets freundlicher Gesprächspartner. Die Deutsche Comenius-Gesellschaft trauert um Erwin Schadel und wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 1. Dezember 2016, auf dem Waldfriedhof von Spardorf bei Erlangen statt.