27 Mai

Veranstaltung am 17. 6. 2016: Prag, Werkstatt der Ersten Reformation – die Kirche der Böhmischen Brüder heute

Einladung zur Vortragsveranstaltung am 17. Juni 2016, 15-18h

Saal der Brüdergemeine Berlin-Neukölln,  Kirchgasse 17

(gegenüber früheren Ankündigungen verändertes Programm!)

 

Prag, Werkstatt der Ersten Reformation – die Kirche der Böhmischen Brüder heute

 

Begrüßung:

Pfarrer Christoph Hartmann, Berlin, Ev. Brüdergemeine,

Prof. Dr. Uwe Voigt, Augsburg, Vorsitzender der Deutschen Comeniusgesellschaft

 

Referenten:

Pfarrer Dr. Manfred Richter, Berlin: Von Jan Hus, Hieronymus von Prag, Jakobell van Mies zu den „Hus-iten“ und zur reformiert-katholischen Landeskirche der „Utraquisten“

Magister Richard F. Vlasák, Budweis / Leipzig: Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder – Kirche der böhmischen Reformation ? Zum Stand der Forschung. Verlorene Identität als Herausforderung heute.

Mit Gelegenheit zur Aussprache. Stehempfang.

Der Kirchenhistoriker Amedeo Molnár hat zurecht bemerkt, daß wir von einer Ersten Reformation sprechen müssen, wenn wir die Erneuerungsbewegungen in der abendländischen Kirche bis zum 15. Jh., besonders die böhmische, betrachten. Die aus ihr entstandenen Kirchen konnten trotz der Hinrichtungen von Jan Hus und Hieronymus von Prag vor 600 Jahren auf dem Konstanzer Konzil auch durch blutige Kreuzzüge nicht mehr vernichtet werden. Heute gibt es am einstigen Vorgehen amtskirchliche Selbstkritik und die Bemühung um eine Neubewertung für die heutige ökumenische Bewegung. Zugleich sieht sich die Kirche der Böhmischen Brüder nach der kommunistischen  Missdeutung, als habe es sich um eine reine Sozialrevolution gehandelt, im Überlebenskampf. Hierzu wird  Magister Richard F. Vlasák, Doktorand an der Universität Budweis, Forschungen mitteilen.

Im Auftrag des  Vorstands der DCG: Dr. Manfred Richter, Milinowskistr. 24, 14169 Berlin

  1. 5. 2016
19 Feb

Comenius im EKD-Themenmagazin „Reformation und die Eine Welt“

Im Themenmagazin „Reformation und die Eine Welt / Reformation and the One World“, das die Evangelische Kirche Deutschland demnächst herausgibt, wird auch Comenius vorgestellt, und zwar durch das Gründungs- und Vorstandsmitglied der Deutschen Comenius-Gesellschaft Dr. Christoph Th. Scheilke. Das langjährige Bemühen unserer Gesellschaft darum, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der zeitliche und regionale Horizont der Reformation viel weiter ist als weithin bekannt, trägt also zunehmend Früchte. Der englischsprachige Text ist in einer Vorabversion hier zu finden:

Scheilke_Comenius

18 Feb

Gottesdienst mit Dr. Manfred Richter am 21. 2. 2016

Im Rahmen der Reihe „Gottesdienst am Abend / Zeitfragen“ hält unser Vorstandsmitglied Dr. Manfred Richter am Sonntag, 21. Februar 2016, um 18 Uhr in der Evangelischen Ernst-Moritz-Arndt-Kirche, Onkel-Tom-Straße 80, 14169 Berlin-Zehlendorf, einen Gottesdienst mit dem Thema „Jan Hus – Hieronymus von Prag. Vor der sächsischen war die böhmische Reformation“. Dazu ergeht herzliche Einladung.

12 Feb

Vortrag von Dr. Manfred Richter: Comenius im reformatorischen Kontext

Vor dem Freundeskreis der Evangelischen Akademie zu Berlin hält das Vorstandsmitglied der Deutschen Comenius-Gesellschaft, Dr. Manfred Richter, am Montag, dem 15. Februar 2016, von 19.00 – 21.00 Uhr im Domzimmer im Haus der EKD, Charlottenstraße 53/54, anlässlich des bevorstehenden Luther-Jubliäums einen Vortrag zum Thema „Entwicklungslinien der Reformation: Hus – Böhmische Brüder – Luther – Comenius – Leibniz“. Dazu ergeht hiermit herzliche Einladung, denn Gäste sind in jenem Kreis willkommen. Weitere Informationen zum Vortrag sowie den Anmeldebogen finden Sie hier:

Einladung 33. Treffpunkt Freundeskreis

Anmeldebogen

25 Jan

„Call for Papers“ für das 30. internationale Comenius-Kolloquium in Uherský Brod

Vom 12.-13. Oktober 2016 veranstaltet das J.A. Comenius-Museum in Uherský Brod/Tschechische Republik in Zusammenarbeit mit den Instituten für Philosophie und Geschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften das 30. Internationale Comenius-Kolloquium. Dieses widmet sich dem Thema „Fines – Limes – Termini. A border between a philosophical category, social interaction, and cartographic notation“. Anbei findet sich der „call for papers“ zu dieser bedeutenden Veranstaltung.

call paper

 

25 Jan

Internationale Tagung „Johann Amos Comenius und das Problem des interdisziplinären Wissens im Dialog des 17. und 21. Jahrhunderts“

Das Franciszek Karpinski-Institut für Regionalkultur und Literaturforschung in Siedlce und das Deutsches Gymnasium „Peterschule” (Sankt-Petersburg, Russland) sowie das Pädagogisches Comenius-Forschungsinstitut (Sankt-Petersburg, Russland) veranstalten vom 2. bis zum 3. Juni 2016 ein Internationales Wissenschaftliches Seminar zum Thema:
Johann Amos Comenius und das Problem des interdisziplinären Wissens im Dialog des 17. und 21. Jahrhunderts.

Anbei sind Informationen zur Veranstaltung und ein Anmeldebogen zu finden. Auch im Namen der Deutschen Comenius-Gesellschaft sei hiermit auf diese wichtige Tagung hingewiesen.

Einladung Siedlce Juni2016-neu

Einladung_Siedlce_englisch

06 Jan

Neue Seite „Consultatio“

Sein unvollendet gebliebenes Hauptwerk nannte Comenius bekanntlich De rerum humanarum emendatione consultatio catholica – „Allgemeine Beratung über die Verbesserung der menschlichen Angelegenheiten“. Darin wollte er sein universales Reformvorhaben, beginnend mit den europäischen Eliten seiner Zeit, einer zunehmend weiteren Öffentlichkeit unterbreiten, und zwar als eine Meinungsäußerung. Dies sollte auch andere zum Äußern ihrer Meinungen motivieren, die duchaus auch abweichender, ja sogar gegenteiliger Natur sein konnten, wenn sie nur der gemeinsamen Wahrheitsfindung und damit auch dem gemeinsamem Weg zum Weltfrieden dienten.

Als Unterseite dieser Homepage der Deutschen Comenius-Gesellschaft (DCG) finden Sie nun die neue Seite Consultatio. Dem Beispiel des Comenius folgend dient sie dazu, Meinungsäußerungen zu Themen zu veröffentlichen, die der DCG wichtig sind. Die hier publizierten Beiträge geben jeweils die Meinungen der Person wieder, die sie verfasst hat, und entsprechen nicht notwendigerweise den Standpunkten der DCG.

17 Nov

Prof. Dr. Meinert Meyer: Interview zu Comenius

Treffen sich ein deutscher und ein finnischer Lehrer… Welche witzige Konsequenzen dies haben kann, was dies mit Comenius zu tun hat und wie aktuell dessen Ansichten über Lehren und Lernen heute noch oder gerade wieder sind – dies ist in einem Interview zu erfahren, das der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Comenius-Gesellschaft, Prof. Dr. Meinert Meyer, unlängst dem Westdeutschen Rundfunk gegeben hat. Zu hören ist dieser Beitrag unter folgendem Link:
http://www.wdr5.de/sendungen/zeitzeichen/johann-amos-comenius-paedagoge-104.html

14 Nov

Comenius: Europäischer Friedenswunsch für die Menschheit

Johann Amos Comenius: Die europäische Weltgegend wünscht allen unter dem ganzen Himmel verstreuten Völkern, Stämmen, Sprachgemeinschaft Frieden und Wohlergehen!

Überaus geehrte Freunde, Mitbewohner des Erdkreises, geliebte Blutsverwandte!

Was wir Europäer mit unseren Beratungen zu betreiben begonnen haben, sollte niemandem unbekannt bleiben, weil es alle gleichermaßen betrifft. Es geht um Wege zum gemeinsamen Wohlergehen. Darauf zu achten haben wir vernachlässigt, da wir auf verschiedene Weise untereinander zerspalten waren und sich jeder von uns damit zufrieden gab, seinem eigenen Vorteil nachzugehen. Wir können es uns aber nicht länger erlauben, derart ignorant zu sein. Um dieses Anliegens willen sind wir dank der Gnade Gottes an einem einzigen Ort versammelt, und wir sind davon überzeugt, dass wir dies Euch, die Ihr über die restliche Welt hinweg verstreut seid, nicht verheimlichen dürfen. Haben wir doch mit Euch den einen Schöpfer gemeinsam, Gott, dessen Ebenbild wir alle sind. […] Schließlich sind wir in diesem gegenwärtigen Leben auf die Welt verwiesen, die für uns eine gemeinsame Schule, ein gemeinsames Gotteshaus und ein gemeinsames Reich ist. Wir alle sind Schüler, Bewahrer und Mitbürger dieser Welt, weil alles, was die Welt bietet, für unseren gemeinsamen Gebrauch bestimmt ist, auf dass wir diese Güter anwenden, sie zu unserer Bildung nutzen und in Dankbarkeit dafür Gott dienen […]. O wie glücklich wären die Erdgeborenen also, wenn sie die ihnen zustehenden Güter kennen würden und wenn sie sich darauf verstünden, sie zur Ehre Gottes und zur eigenen Glückseligkeit zu verwenden und zu genießen. […]
GOTT hat unsere Zahl vervielfacht, wir haben die Erde angefüllt, so dass wir füreinander sogar zu Unbekannten geworden sind, als ob wir jeweils auf anderen Welten leben würden. Doch schon beginnt unser Schöpfer damit, uns wieder zu vereinen […]. Weil also durch Schifffahrt und Handelsverbindungen bereits die gesamte Welt offensteht, so lasst uns gleichfalls füreinander offen sein, auch was unsere Güter betrifft, vor allem die des Geistes. Schließen wir unsere technischen Fertigkeiten und unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen! Schließen wir sie auch in dem Bestreben zusammen, uns selbst weise und friedvoll zu regieren! […] Wir alle sind vernunftbegabte Geschöpfe Gottes: Doch ist es gewiss, dass viele von uns unvernünftig gehandelt haben und dies immer noch tun. Kommt, kehren wir auf die Wege der Vernunft zurück! Damit künftig all unsere Angelegenheiten ohne Makel und Fehler sind, sofern dies die Verhältnisse in diesem todgeweihten Leben zulassen. Ein jeder von uns liebt allein sein Wohlergehen: Lasst uns also auch den Zustand allgemeiner Ruhe lieben; ohne ihn gibt es keine Sicherheit, und ohne wahre Sicherheit gibt es keinerlei wahres Wohlergehen. Und wenn wir dieses ernsthaft lieben, dann lasst uns auch damit anfangen, die Wege des Friedens ernster als bislang zu lieben. […]

[Aus der Vorrede zur Panglottia aus dem Jahre 1666, übersetzt von Uwe Voigt in: Comenius-Jahrbuch 7 (1999) 11-14, hier 11-13, leicht überarbeitet. Comenius stellt sich hier Folgendes vor: Im Zuge der von ihm erstrebten „Allgemeinen Beratung über die Verbesserung der menschlichen Angelegenheiten“ versammeln sich qualifizierte Menschen aus ganz Europa, um eine neue Weltsprache zu konzipieren, die der friedlichen Verständigung der gesamten Menschheit dienen soll. Also werden auch alle außereuropäischen Kulturen eingeladen, daran mitzuwirken. Im Auge hat er hier besonders die benachbarten Regionen in Asien und Afrika, deren islamische Bewohner er unter Berufung auf die unter damaligen Bedingungen wohl zurecht angenommene gemeinsame monotheistische Glaubensüberzeugung ansprechen möchte. Die grundlegende notwendige Bedingung dafür, die Menschheit zusammenzuführen, sieht Comenius allerdings im wissenschaftlich-technischen und ökonomischen Fortschritt. Dieser Fortschritt muss aber in seinen Augen vor allem geistigen Zielen dienen, und das bedeutet in erster Linie einer allen gemeinsamen Erziehung zu Frieden und Verständigung. Comenius würde uns heute fragen: Haben wir unsere Überlegenheit immer zu derartigen Zwecken genutzt? Oder haben wir die Menschen aus aller Welt einander ausgesetzt, ohne ihnen in ausreichendem Maße die Fähigkeit dazu zu geben, mit dieser Situation umzugehen? Und er würde dafür plädieren, dass bei aller berechtigter Selbstverteidigung die beste Langzeitstrategie gegen Terror frei zugängliche Bildung für alle Menschen weltweit darstellt.]